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Ornithologische Exkursion mit Skitouren nach Bivio (CH)

Teilnehmer:

Thomas (Grandmaster) , Günther (Papaschlumpf),

Manni (Der Frischling) , Patrick (The Teleman) ,

Dominik (The bird)

...zur selben Zeit im Auto vom Grandmaster, irgendwo auf der Strecke von Roth nach Bivio, der Frischling zapft sich seine erste Halbe...

...erschöpft komme ich in unserer sehr schönen Skihütte „Christoffel“ für 10 Personen an. Das kleine Anwesen hat alles was man so braucht: Garten mit Sitzgelegenheit, urige Küche mit Frühstückstisch, Kanapee-Räumchen, gemütlicher Wohnraum mit Kachelofen und Esstisch, 3 Schlafstuben, Ski-Vorraum und und und...genial.

 

Herzlich ist auch die Begrüßung mit dem Rest unserer Gruppe. Grandmaster erkundigte sich über die Schneeverhältnisse in Frankreich. Papaschlumpf wollte alles über die Vögeln dort wissen. Teleman erfuhr die neuseten Freeski-Entwicklungen der Firma „Black Crows“. Der Frischling grinste mich mit glasigen Augen an: „Host den 5 Liter Kanister Rotwein mitbracht und den Kasten Tegernseer“ „Plopp“ und goss sich die 8. Halbe hinter dir Binde (auf der Fahrt warns 7 ;-))....

Mir meinen Teil denkend fellte ich und der Rest der Gruppe, außer Frischling, unsere Ski in der warmen Stube auf und genehmigten uns nun auch ein Glas Rotwein.

Am Morgen des 1. Tourentages wurde ich vom Gerumpel aus des Frischlings Stube geweckt. Entweder jagte ihn lodernder Brand in seiner Kehle aus dem Bett oda er war nervös wegen der ersten Tour mit den alten Hasen...

Der Frühstückstisch war von Papaschlumpf bereits liebevoll gedeckt worden. Es roch nach Kaffee und Tee, Marmelade, Müsli, Nutella für Teleman, Yoghurt,...alles da...der Frischling vermisste aber Spiegeleier. Papaschlumpf strahlte mich an und raunte mir ins Ohr, wie schön friedlich es doch heute Morgen doch schon war, bei offenem Fenster das Rauschen des kleinen Baches zu hören und dem Vögeln schon vor 6 Uhr...brummte er zufrieden in seinen weißen Bart. Da dachte ich mir: Dieser Held hat seinen Frieden gefunden...

Nach dieser Stärkung brachen wir, nachdem auch der Frischling aufgefellt hatte, die Bretter die die Welt bedeuten geschultert, auf und stiegen die kleine Straße hinter dem Haus bergan bis die ersten Schneereste am Straßenrand ein sanftes Dahingleiten erlaubten.

Je mehr höhe wir gewannen desto lichter wurde der Wald und auch die Wolken verzogen sich immer mehr. Die Sonne umspielte die Zacken der Berge ringsum und zauberte verwunschene Licht-Schatten-Spiele in den strahlenden Schnee.

Nach einer kurzen nahezu ebenen Passage tauchten vor uns Jurten auf! Schweiz? Jurten? Was hat mir Papaschlumpf in meinen Kaffee getan?

Es stellte sich heraus, dass es eine wunderschöne, bewirtschaftete Alm mit Übernachtungsmöglichkeit in den Jurten war. Bewirtschaftet wurde das kleine Gehöft unter anderem von einer netten Bad Tölzerin, die das Interesee von Papaschlumpf und Grandmaster weckte. Grandmaster erkundigte sich über die Verhältnisse zur Falotta (2440m) und Papaschlumpf wollte wissen ob es auf dieser Höhe noch Vögeln zu beobachten gibt....

Nach kurzem Plausch und der Verabredung zu einem Bier bei unserer Rückkehr steuerten wir steil nach oben. Meter um Meter schraubten wir uns zum Gipfel den wir auch locker erreichten. Bei wunderbare Aussicht aber einem beißend kaltem Wind mahnte uns Papaschlumpf wir sollten sofort was überziehen und nicht zu lange trödeln. Zum einen wollte er die Tölzerin noch zu dem Vögeln befragen und ausserdem lockten ihn die jungfräulichen Hänge unter uns.

Vorbei an Gemsen, Latschen, Wächten und Felsen zogen wir unsere Lines in das weiße Gold. Der eine mit Kurzschwung der andere mit Bigturns und der Frischling mit der Variante „Kamikaze-Diretissima-Schuss“.

Zu schnell war die Freude vorbei doch wir hatten Glück, die Alm war noch geöffnet. Unsere Bekannnte wollte zwar auch noch auf die Falotta doch sie hatte es nicht eilig und so konnten wir gemütlich bei ihreinkehren.

Zuerst musste sich unser Führer Grandmaster allerdings eine Rüge von ihr anhören, dass diese Hänge nicht ohne Grund jungfräulich waren, da es sich nämlich um die Wildschutzzone handelte. Das erklärte auch die vielen Gemsen...ich hörte noch die Worte von Papaschlumpf in meinem Kopf umherwabern: „...de blöde Gams...die soll se ned soviel bewegen...die verbräd doch unnütz Energie...wir machen doch nix...unser Interesse liegt doch bei dem Vögeln...gell Dominik...grinnnsss“

Aber als wir unsere Bestellung aufgaben und die Dollarzeichen zu klingeln begannen war aller Ärger verflogen. Nach diversen Kalt- und Warmgetränken und Kuchen entdeckte ich an der Bar den legendären Hirschkuss Likör aus dem Tölzer Land, ein Mitbringsel unserer Hüttenwirtin aus ihrer Heimat. Nachdem ich ihr den Mund wässrig gemacht habe auf ein oda zwei Tegernseer Biere bei uns in unserer Hütte ließ sie sich nicht zweimal bitten und es gab die eine oder Runde Hirschkuss aufs Haus. Papaschlumpf war so angetan von diesem edlen Tropfen dass er sich spontan überlegte nicht nur dem Vögeln Aufmerksamkeit zu schenken sondern sein wissenschaftliches Jagdgebiet auch auf Hirschküssen zu erweitern.

Nach einer netten Rast traten wir querfeldein die letzten Höhenmeter zu unserer Unterkunft an.

Bei Sonnenschein und Tegernseer verbrachten wir die restliche Zeit bis zum Abendessen im Garten. Der eine träumte vom Hirschküssen der andere zählte die restlichen Biere und bunkerte vorsorglich...

Das zNacht Essen war Mr Boooombastisch...eine Riesenpfanne Tiroler Gröschtl (organisatorische Meisterleistung von Grandmaster, da er jede Zutat extra anbriet und auf dem Backblech zwischenlagerte), Tegernseer, vin rouge, Salat ala Bird, Gschichtn aus Papaschlumpfs aufregendem Leben...dolce vita auf knapp 18hundert Metern.

Der nächste Morgen. Ich stolpere schlaftrunken aus meiner Bettstatt, die ich gnädigst mit Grandmaster teilen durfte, hinaus ins Durchgangszimmer, das unser Senior Papaschlumpf alleine belegte. Der Anblick brannte sich bei mir ein wie Marmelade auf einem Ceranfeld: Papaschlumpf wie Gott ihn schuf die Hand im Schritt und eine Tube Creme auf dem Nachtkästchen...Ob das was mit dem Vögeln vor 6 zu tun hatte oda war das das Geheimnis seiner Leistungsfähigkeit auf Skiern bis ins hohe Alter?

Ohne ein Wort zu wechseln begegneten sich unsere Blicke und ich verlies seine Kammer Richtung Dusche. Ich wollte das mit der Creme am nächsten Tag auf jeden Fall auch ausprobieren...Mann kann nur lernen von den alten Hasen.

Nach dem wiederum erstklassigen Frühstück fuhren wir mit Grandmasters Auto, ich im Kofferraum, zum Ausgangspunkt unserer heutigen Tour: Piz Scalotta (2992m)

Diesmal zog die Spur von Anfang an steil nach oben und der Wind machte uns einigermaßen zu schaffen. Auch die Höhenmeter an sich waren heute etwas mehr, gute 1000 waren zu meistern. Und nicht zuletzt die Sonne zehrte an unseren Reserven. Doch die durchdachte Touren- und Pausenplanung von Grandmaster führte auch die Nachzügler Teleman und Papaschlumpf, welche hinter einem großem Felsblock Windschutz suchten und etwas Ornithologie betrieben, auf den Gipfel.

Es bot sich wiederum ein grandioser Ausblick über die Grischuner Bergwelt.

Die Abfahrtsbedingungen wechselten stetig von Pulver über Harsch zu brettharten Passagen. Der Frischling versetzte den Grandmaster und mich kurzzeitig in hohe Besorgnis, da er eine kerzengerade Line setzte und mit Höchsgeschwindigkeit in Durchfallhocke auf den Harschdeckel zuraste...aber der kleine Oberbeier behielt die berven und grinste über beide Ohren, als er unten eine Bremsfurche zog.

Im unteren Teil der Abfahrt trennten sich Teleman und ich auf eigene Verantwortung und mit Genehmigung von Grandmaster von der Gruppe und suchten uns den besten POW...doch auch die anderen hatten Traumhänge.

Am Auto beschlossen wir in Bivio noch eine Hopfenkaltschale zu uns zu nehmen und das taten wir dann auch im Hotel Grischuna auf der Sonnenterasse...deswegen lieben wir die Frühjahrstouren.

Patrick, der Frankensack, ähh Patrick´s Frankensack (ein Gefrierbeutel randvoll mit 5-Franken-Stücken) rettet den Frischling und mich von der einen zur nächsten Halbe.

Alio e Olio hieß es zum Abendessen mit Salat und den üblichen Erfrischungsgetränken. Wir einigten uns als Tourenziel auf den Piz La Grev (Vorgipfel 3109m). Mitlerweile war auch unser Frischling dem Tun der alten Hasen gefolgt und fellte bereits am Vortag die Ski auf.

Ausgangspunkt des heutigen Tages ist ein Parkplatz am Julierpass. Über ein Brücklein hinweg zieht die Spur wieder bereits unten steil an, bevor man in ein kleines felsumramtes Becken gelangt. Nach dessen Querung kommt die erste Schlüsselstelle. Ein immer steiler werdender NW-Hang mit engem und eisigem Durchschlupf ganz oben an den Felsen.

Nach etwas flacherem Gebiet und einem erneutem Steilaufschwung kommen wir an den verschneiten Gletschersee hinter dem sich der gewaltige und nicht minder steile Vorgipfelhang zu einer Einsattelung aufbaut...Monoton steigen wir Meter um Meter höher. Im oberen Bereich wir es immer steiler. Die Spitzkehrern werden immer kniffeliger und Papaschlumpf macht auf einmal einen Abflug, der so nicht geplant war. Er rutsch an Teleman vorbei und findet einige Höhenmeter weiter unten erst wieder Halt. Mir mit meinen Breitreifen schwant böses. Unbeeindruckt von all dem ziehen der Grandmaster und sein Frischling davon.

In der letzten Querung entscheide ich mich die Harscheisen aufzuziehen. Gelinde gesagt eine Scheißidee an dieser Stelle, aber es sollte ja noch schöner kommen. Endlich die Teile montiert und 2 Meter gegangen macht es „klack“ und die Bindung des Talskis bricht aus...wunderbar, sausteil, eisig und ich steh neben der Bindung...

Runter mit den Schlappen, die Skistiefel in den harten Schnee hämmern und die Diretissima hoch in den Sattel. Erst da wird mir bewusst, dass es mit gebrochener Bindung bergauf kacke ist...aber wie wird’s bergab? Dünnpfiffmäßig!!

Die letzten 20 Hm bis zum Skigipfel schleppe ich mich auf allen Vieren, da ich immer wieder bis zu den Knien einbreche...

Oben macht sich leichte Panik breit aber zum Glück haben wir ja die alten Hasen und selbst der Frischling als Landmschinenmechaniker, Landwirt, Schlosser, Praktiker läuft zur Höchstform auf...wurde auch Zeit.

Meine Gedanken kreisen um „Rega anrufen“, „Kapitulation“...“will zu Mama“...wir sind schließlich auf über 3000 Metern...

Nach ein paar Fötali und einer Stärkung ala Kaminwurzn machten sich 6-7 Hände an die Fixierung der Marker-Tour Bindung:

  • Kabelbinder:  negativ, die Kälte lässt sie sofort brechen
  • Spanngurt:     negativ, wirkt wie Fahren mit einseitig angezogener                                 Handbremse
  • Rega:              negativ, zu teuer
  • Mama:             negativ, nicht da

...schlussendlich hab ich die Bindung einfach mit Schmackes in die verbleibenden 3 Arritierungen gequetsch und bin so halb fixiert und schief abgefahren...um der Sache noch die gewisse Würze zu verschaffen brach auch noch an dem Skischuh der Fixierungbügel für „SKI / Hike“ und so schredderten wir, ich mit loser Bindung und dem Skistiefel auf „Hike“, über Powder, Harsch, Eis und knüppelharte Schattenhänge zum Ausgangspunkt, dem Brücklein am Parkplatz. ,War eine interessant-schwammige Abfahrt aber den Zöpflern sah man´s nicht an...

Zur Belohnung statteten wir dem Hotel Grischuna wieder einen Besuch ab und genehmigten uns in der prallen Nachmittagssonne einige Hopfen haltige Kaltgetränke.

Dies setzten wir dann in unserm Gäddla fort und nachdem ich mit Manni vom Einkaufen zurück war beehrte uns noch – na, wer denn? - richtig, unsere Almbäuerin aus Bad Tölz. Gut dass ich noch ein Tegernseer gebunkert hatte ;-)

In der Küche herrschte nun Hochbetrieb: Ich stand am Herd und kochte Tuna-Aglio-Pomodoro-...-Spaghetti und der Rest der Bande scharte sich um Frau Tölz. Die Gesprächthemen drehten sich um die Vögeln vor Sex, Skitouren, Jurten, Tölz, um´s Hirschküssen und vieles mehr.

Noch vor dem z`Nachtessen verabschiedete sich Frau Tölz auch schon wieder und wir schlemmten und schwelgten in unserer Gedanken:

...neue Bindung...Frau Tölz in der Jurte...as Tegernseer is alle...all die schönen Vögeln vor sechs...wieviel Wein is nu im Kanister...dann hald morgen die Völkl Nunataqu...

Die Tourenplanung durch Grandmaster riss uns aprubt aus unseren Träumen. Wir beschlossen, am morgigen letzten Tag, den Sur al Cant (2775 m) in Angriff zu nehmen. Um schnell an Höhe gewinnen zu können dikutierten wir, G L E I C H   M O R G E N S die beiden langen

S C H L E P P L I F T E zu nutzen. Schlepplift hin Schlepplift her...

Letztendlich viel die Entscheidung auf:

S C H L E P P L I F T  am  M O R G E N

Nach dem einen oder anderen Rotweinchen stand der Frischling auf, verließ die Stube und polterte im Flur:

Die Tür ging auf und er stand mit Ski und Fellen in der Hand im Raum.

Genüsslich lehnten wir uns zurück und verfolgten das Schauspiel des Auffellens...heute war der Frischling der Einzige, der die Felle aufzog.

Letzter Tag. Nachdem Manni am schlepplift wieder abgefellt hatte ließen wir uns die beiden wirklich ellenlangen Schlepper hochziehen...der dadurch relativ kurze Aufstieg zum Gipfel erfolgte ohne weiter Bindungsbrüche und unter gleißendem Sonnenschein. Die Aussicht war einfach Bääähhmmm...

Auch die Abfahrt war genial, viel Powder und Platz.

Die Tatsache, dass uns die weisse Wüste wieder beim Schlepper und somit fast beim Hotel Grischuna ausspuckte erübrigt weiter Ausführungen...

Es blieb nur noch das Zusammenpacken und Putzen und die Heimfahrt.

Mich verschlug es noch zu Sandra nach Winterthur; ich wollte den Trick mit der Creme, den ich bei Papaschlumpf gesehen hatte, ausprobieren und ihr von dem Vögeln vor sechs erzählen...

Der Rest fuhr gen Roth...

Ob sich der Frischling noch schnell 7 Bier gekauft hat...man weiß es nicht!

War schön mit euch...

„The bird“ (Domi)Nik

PS: Der Bericht ist Martin „MC“ Reichert gewidmet, er wäre unser 6.  Mann gewesen

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