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Skisafari Alpbachtal 2017

Das Gespür für guten Schnee

Skisafari im Alpbachtal 17.2. – 19.2.17

Die geplante Skisafari war wegen der mauen Schneelage leider nicht möglich, deshalb stand ein gepflegtes Skitourenwochenende an.

Dominiks Eindrücke der ersten beiden Tage:

…eher lustlos beiße ich von der Wurstsemmel, der Autoradio rauscht aufgrund fehlender Antenne, der Scheibenwischer arbeitet auf höchster Stufe, A99 Westumfahrung…wenigstens läuft‘s hier… Eine 8-köpfige Delegation des DAV Roth machte sich am Freitag auf in Richtung Alpbachtal. Helga, Thomas, Frank, Gerhard, Christoph und ich starteten um 7.30 Uhr, Martin und Manni kamen dann zum Abendessen dazu.

Der schon erwähnte Regen zog sich durchgängig bis ins Zielgebiet, wobei wir feststellen konnten, dass er sich langsam aber sicher in das weiße Gold verwandelte. Auf dem Tourengeherparkplatz im Talschluss in Inneralpbach leistete Frau Holle ganze Arbeit: Dicke Flocken. Aufgrund des starken Schneefalls und der tief hängenden Wolken wählte Thomas als Eingehtour die Spur entlang der Abfahrtsroute 66. Bei null Grad kamen wir gehörig ins Schwitzen und die Rast auf 1600m an der Moserbaumgartenalm war dringend nötig. Blasen tapen, Energie tanken, Wasser fassen…gestärkt meisterten wir die restlichen Höhenmeter an der Talstation des Sessellifts Hornbahn 2000 vorbei ins Skigebiet. Aufgrund der schlechten Sicht begnügten wir uns am ersten Tag mit 680 hm und fuhren gemütlich auf der Piste ins Tal zurück, wo Apfelstrudel, Graukassuppe und ein Bierchen warteten.

Am Samstag starteten wir mit der kompletten Mannschaft Richtung Hochfügen, als  Ziel war der Rosskopf (2576m) anvisiert. Wir rechneten uns aufgrund der hohen Ausgangslage (1470m) und der Schneefälle des vergangenen Tages Pulverhänge aus…

Vom Parkplatz liefen wir unter der Gondelbahn durch, auf der Rodelbahn ins Tal hinein. Ganz gemütlich steigt die Straße bis zum Pfundsalm Niederleger (1640 m) an. Weiter taleinwärts überholten uns 3 Gleichgesinnte, die für uns dann die Spurarbeit übernahmen. Relativ steil zog es uns dann ab  Talschluss zum Sidanjoch (2127 m) hinauf, wobei wir schon vorher Richtung Kamm abbogen und bei ca. 2300m abfellten. Die lohnenden Pulverhänge lockten… Mehr oder weniger entlang der Aufstiegsspur zogen wir bei Sonnenschein unsere Zöpfe und Lines in den noch jungfräulichen Hang und kamen mit einem breiten Grinsen und wohlbehalten wieder zurück zum Ausgangspunkt. Ein perfekter Tourentag klang mit einem Bierchen in der Sonne vor unserer Unterkunft aus.

Halt stopp, in der vorzüglichen Pizzeria Papacanio in Radfeld  klang er dann aus…

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Der Sonntag aus Martins Sicht:

Die Nacht war klar und  der Inversionsdeckel weg, das hätte mich warnen müssen. Gestern noch schwitzend im T- Shirt aufgestiegen, hatte ich heute die lange Unterhose weggelassen. Fröstelnd musste ich erstmal vom Tourenparkplatz Inneralpbach den Ziehweg raufsprinten, um Betriebstemperatur zu erreichen. Konkurrenten waren genügend vorhanden, halb Österreich hatte sich die Tourenbretter angeschnallt, um das letzte Fitzelchen Naturschnee auszukosten, das nordseitig noch lag. Gottseidank sollte sich die Meute zunehmend auf die umliegenden Hänge verteilen. Nach einigen Sonnenfleckchen hatschten wir durch den zapfigen Nordschatten des Greitalm-Tales und ich behielt die Daune an. Auch im Steileren blieb das Tempo eher gemütlich bis sehr gemütlich, weshalb Thomas anbot, dass die Schnelleren vorauslaufen können, um doch noch "den Gipfel zu machen". Es wäre der Kleine Galtenberg geworden, aber wir würden scheitern....

Christoph raste jedenfalls gefolgt von Dominik und Manni davon und ich wechselte in den T-Shirt-Modus, um dranzubleiben und Frank nicht überholen lassen zu müssen. Irgendwie war ich dann schon erleichtert, dass die Jungen in den Spitzkehren langsamer wurden. Der Blick öffnete sich auf die umliegenden verschneiten Gipfel und versprach durchaus lohnende Abfahrten, während die südseitigen Hänge in frühlingshaft braun-grünen Farben leuchteten. Wir erreichten das Dristenkopfjoch (2070) im warmen windstillen Sonnenschein und genossen gemeinsam das Panorama ins Zillertal. Lediglich Gerhardt hatte vorher auf die Farmkehr-Alm abgezweigt und harrte dort auf unsere Abfahrt. Der Gipfel erglänzte in Griffweite, wir vertagten jedoch den Aufstieg angesichts der  Schneeverhältnisse auf dem abgeblasenen Südgrat. Wir hatten noch die whats-app Bilder von Patricks geschrotteten Fellen und Stahlkanten im Kopf, die er am Vortag auf seinem Lehrgang produziert hatte. Also gleich vom Sattel in die Tiefe gestürzt! Der Starthang war wirklich steil und wurde von Thomas vorsichtig inspiziert, um die beste Linie und nicht die direkt über Felsabbrüche zu fahren. Trotzdem nutzten einige die Stuntmöglichkeiten. Die anschließenden Hänge waren dann richtig Zucker, wenn man die sonnenbeschienen Passagen umfuhr und auf verdächtige Hügel achtete. Dass es trotzdem einige Male kräftig knirschte, konnte man nicht vemeiden. Macht nicht wirklich was! Ich hatte die alten Steinski angeschnallt, auch wenn mein Fahrstil darunter litt (hier lacht Dominik hämisch). Im Talgrund sammelten wir uns noch zu einer sonnigwarmen Hüttenterassenrast, um uns nette Worte und Schnee an den Kopf zu schmeissen. Im finalen Ziehweg wurde ich noch überraschend von meinem Ski überholt. Bei der Gelegenheit fanden Thomas und ich heraus, dass vereiste pin-lock Bindungen nicht mehr vernünftig schließen.

Mit wunderschönen Eindrücken konnten wir um 14.00 noch vor dem Stau die Heimreise antreten und danken alle Thomas, dass er wieder mal den richtigen Riecher für gführigen Schnee hatte.

f t g m

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