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Geniesser-Skitour Sarntal 2017

Geniesserwoche im Sarntal

Skitouren, Wellness, Kulinarik und ein Auto

 

1.Tag: Ich bin seit 1 ½ Jahren stolzer Busbesitzer. Dieser wurde von mir zu einem 8 Sitzer mit einem Dachkoffer erweitert. Am Abend der Vorbesprechung präsentierte ich die Möglichkeit, dass ich fahren würde. Der Thomas fragte mich noch, ob ich denn alle Teilnehmer mit Gepäck und den Skiern und Schneeschuhen unterbringen würde. Großkotzig antwortete ich mit „natürlich“. Trotzdem kamen mir starke Zweifel, je näher die Abfahrt rückte. Beim Beladen des Busses stellte ich schnell fest, dass der Platz im Kofferraum locker ausreicht. Fast überheblich und übermütig begann ich die Fahrt ins Sarntal. Die Stimmung der Mitfahrer war gut und ausgelassen.

Am Rastplatz Inntal kauften wir ein Pickerl, bei der Einfahrt in den Parkplatz stellte ich ein komisches Geräusch fest, das ich aber nicht zuordnen konnte. Nach einer Kaffeepause wurde die Fahrt fortgesetzt und plötzlich ließ sich das Lenkrad nur noch mit starker Muskelkraft bewegen und die rote Kontrolllampe der Batterie leuchtete.

Mein Übermut wechselte über in Unsicherheit und Ratlosigkeit. Wir kamen bis Hall. Dort erhofften wir uns in einer Tankstelle fachmännischen Rat, den wir natürlich nicht bekamen. Ich telefonierte mit einem Bekannten von mir, der KFZ-Mechaniker ist. Dieser stellte per Ferndiagnose fest, dass der Riemen zur Lichtmaschine und Servopumpe gerissen ist. In Hall machten wir eine Fiat Werkstatt aus und daneben befand sich auch ein Hotel. Diese Situation beruhigte mich sehr, denn wir gingen jetzt der Gefahr aus dem Weg, irgendwo auf der Autobahn oder sonst irgendwo stehen zu bleiben. Diese Möglichkeit der Sicherheit wurde aber von meinen Gästen abgelehnt. Mir blieb dann nur noch der Tatsache in die Augen zu blicken, die Fahrt fortzusetzen und mit dem Risiko zu leben. Ich kontaktierte nochmals meinen Bekannten um herauszufinden, wie lange die Batterie halten würde, damit wir bis zum Hotel kommen. Die Antwort war sehr ernüchternd: „Es kann sein, dass ihr ankommt, aber eine Garantie geb ich nicht!“

Das Pokern ging weiter. Alles, was Strom benötigt, wurde ausgeschaltet. Die Fahrt ging ohne Heizung und Licht weiter. Wir überlegten, wie wir ohne Lichtmaschine bis ins Sarntal kommen. In Sterzing im Hotel Maibad legten wir nochmal einen Stop ein, um die Batterie nachzuladen. Mein Ehrgeiz lies die Gedanken zur Reparatur des Problems nicht ruhen. Ich lief zum Auto, holte den Wagenheber raus und bockte den Bus auf. Ich überprüfte die Antriebsräder der Lichtmaschine und Servopumpe, sie gingen leicht.  Vielleicht könnte ein Nylonstrumpf die Lichtmaschine antreiben. Die Bedienungen des Restaurants wurden gefragt, ob sie Nylonstrumpfhosen haben. Leider war keine einzige Strumpfhose auffindbar. Auf die Frage, warum immer Damenstrumpfhosen helfen sollten, wurde gemutmaßt, dass es halt nunmal keine Herrennylonstrumpfhosen gibt. Nun wurde der Verbandskasten geplündert. Ich versuchte mit einem Verbandpäckchen das Problem zu lösen. Meine Arme waren mittlerweilen schwarz von der Schmiere der Servopumpe, zweimal hab ich mir schon den Kopf angehauen, so dass Blut sichtbar wurde. Das Mitleid meiner Fahrgäste war auf meiner Seite. Thomas und Christoph versuchten mir zu helfen, die Bandage einzubauen. Nach einiger Zeit musste ich kapitulieren und das Pokern ging wieder weiter. Ich bekam die Anweisung erst den Bus zu starten und danach das Ladekabel zu entfernen. Der Thomas war mein Co-Pilot, gewissenhaft managte er das Ein und Aus-Schalten des Lichtes, da wir keine Klimaautomatik mehr einschalten wollten, musste er in regelmäßigen Abständen mir die Windschutzscheibe innen mit einem Taschentuch frei wischen. Auch die Seitenscheiben waren betroffen. In den Tunnels bekamen wir ab und zu von anderen Verkehrsteilnehmern die Lichthupe, um das Licht einzuschalten. Auch das Navi wurde nur in dringenden Fällen in die Dose des Zigarettenanzünders gesteckt. An der Mautstelle Bozen wurde ich angewiesen zum Zahlen auszusteigen, um den Fensterheber nicht einschalten zu müssen.

So wurde die Fahrt bis zum Hotel fortgesetzt. Mit jedem Meter von Bozen bis ins Sarntal wuchs die Hoffnung, es doch  ohne Zwangspause bis ins Hotel zu schaffen. Die Erleichterung war jedem anzusehen, als wir endlich auf dem Parkplatz des Hotels zum Stehen kamen.

René

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2.Tag: Es begann mit einem exquisiten Frühstück. Gestärkt machten sich 5 Tourengänger bei herrlichem Winterwetter auf zur Pfannscharte auf 2450m. Die Tour wurde von allen gut gemeistert, selbst mit Übelkeit wurde sich tapfer durchgekämpft. Die Abfahrt war, wie nicht anders zu erwarten, im traumhaften Pulverschnee und zur Überraschung trafen wir auch unseren 6. Mann wieder. Er hatte gute Neuigkeiten im Gepäck “das Auto ist in 2 Tagen wieder fahrtüchtig und die Heimfahrt gesichert“.

Ein rundum schöner Tourentag, was will man mehr.

Christoph 

3.Tag: Am Dienstag war Nordwind der Stärke 7 angesagt. Da stellte sich die Frage, wohin geht man da auf Ski-Tour, ohne daß man gleich davon fliegt. Von unserem Wirt hatten wir den Vorschlag bekommen, rund um die Pfattenspitze auf die Pfattner Albi in die Scharte zu gehen. Hier ist man immer im Windschatten der Pfattenspitze, anschießend kann man das ganze Tal abfahren und mit dem Bus wieder zurück nach Durnholz fahren. Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir gleich unterhalb unseres Quartiers unsere Tour. Wir folgten dem Weg Nummer 7, leicht ansteigend, an mehreren Höfen vorbei und einem kurzen Plausch mit einem älteren einheimischen Bauern. Weiterhin windgeschützt auf einem Waldweg erreichten wir dann auch die Albi, wo wir in der Sonne eine Pause einlegten. Auf verschlungenen Pfaden durch einen Latschengürtel, um dann eine weite unverspurte Fläche zu erreichen, die uns zu der Scharte hoch führte. Hier gab’s dann erste Windböen und in der Scharte wehte es schon ordentlich, bei weitem nicht so stark wie nach dem Wetterbericht befürchtet. Von der Scharte hatte man einen guten Blick hinüber zu unserem Tourenziel vom Vortag, der Pfannscharte. Unterhalb der Scharte machten wir uns nun fertig für ein Highlight des Tages, die Abfahrt in einem unverspurten pulvrigen Hang. Durch lichten Wald manövrierten wir uns zu einer Alm, wo wir uns von der Abfahrt erholten. Nach der ausgiebigen Rast ging es kurz der Aufstiegsspur entlang zu einem weiteren Hang, in dem wir unsere Spuren hinterließen. Das Bachbett am Ende des Hangs zwang uns zurück zur Aufstiegsspur, um anschließend wieder auf freie Wiesen zu gelangen. In diesem Bereich war der Schnee aber schon sehr schwer geworden. Wir entschlossen uns, nicht ganz ins Tal abzufahren sondern so hoch wie möglich wieder Richtung Durnholz zu queren, da wir ansonsten eine Stunde auf den nächsten Bus warten müssten. Diese Querung ging dann am Fahrweg entlang und durch ein lichtes Wäldchen zur Hauptstraße. Hier angekommen folgte der letzte Aufstieg des Tages. Zu Fuß zurück zum Quartier. Nach dem schweißtreibenden Rückweg gab es erst mal ein „Ankommens“-Bier bzw. –Macchiato. Anschließend direkt weiter zum nächsten Highlight, dem sehr schönen Wellnessbereich des Gasthofes. Der Schlusspunkt des Tages war noch ein hervorragendes Abendmenue.

Gerhard

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5.Tag: Bereits am frühen Morgen vernahmen wir schon den freudigen Aufschrei von Rene: "Wißt ihr scho, dass i mei Auto heut widder grieg? i frei mi so!" Das mussten wir uns dann tagsüber noch mehrmals anhören, aber bei klarblauem Himmel und Sonnenschein haben wir das leicht verkraftet. Unser Tourenziel war an diesem Tag die Flaggerscharte, die wir auch fast erreichten. Die letzten 20 Hm hat uns ein Steilaufschwung mit fragwürdiger Gleitschicht verwehrt. Bei der Abfahrt in relativ flachem Gelände hat Thomas dann tatsächlich, nach einem Sturz von Christoph, unter sich eine Bruchfortpflanzung in der Altschneedecke verspürt. Gut, dass wir die letzte Steilstufe ausgelassen haben. Das haben wir aber erst am Abend erfahren. Und so haben wir weiter unten bei sicheren Bedingungen die nachfolgende Steilstufe durch eine schmale Rinne völlig angstfrei und problemlos bewältigt. Der Rest war dann "a gmaade Wiesn. Widder alles richti gmacht. So a Mist." (Zitat René)

Helga

 

Geniesserwoche1

Letzter Tag: Wettervorhersage: sonnig, stürmischer Nordwind. Schneequalität mäßig. Was tun? Lösung: Auffahrt mit Gondel bis Mittelstation, Aufstieg im Gelände im Windschatten aufs Sattele 2460m. Abfahrt je nach Schnee auf Aufstiegsroute oder über Piste. Wir sehen die Schneefahnen auf den Gipfeln, haben selber bis auf kurze Böen relative Ruhe, am Gipfel dann aber doch heftiger Wind, kurze Besprechung in einer windgeschützten Mulde beim Abfellen: Mehrheit für Piste abfahren. Wir nutzen oben eine gesperrte unpräparierte Piste, ab Mittelstation dann Piste. An einer Kante sehen wir unter uns die Sunnolm. Große Einigkeit in der Gruppe: Einkehrschwung in der Sonne. Dann fröhliches Carven bis ins Tal. Alles im Bus verstauen und los geht’s gen Heimat. Der Bus schnurrt, alles funktioniert wieder. Zwischenstopp am Brenner: Espresso u.v.m. kaufen, weiter bis Radfeld und als Abschlusseinkehr Pizza essen. Gemütlich ohne Stau bis Nachhause.

Danke an René fürs souveräne Fahren, und an alle, die dabei waren, für die entspannten Tage und lustigen Abende

Thomas, Organisator der Geniesserwoche

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